Pressemitteilung: Kein Ultranet in Wohngebieten

Bürger aus Wallrabenstein, Idstein, Niedernhausen, Eppstein, Wildsachsen und Langenhain sind besorgt über die Pläne, die neue Ultranet-Trasse quer durch ihre dicht besiedelte Wohngebiete zu führen mit einer Technik, derenumweltbelastenden Auswirkungen nicht erforscht und nicht bekannt sind. Gesundheitliche Beeinträchtigungen
werden befürchtet. Zurzeit läuft eine Unterschriftenaktion gegen den geplanten Verlauf des Vorhabens, die die Tausender-Marke bereits überschritten hat und die der großen Nachfrage wegen bis zum 18.Juli verlängert wurde.

 
Gebetsmühlenartig wiederholen die Bundesnetzagentur (BNetzA), als Zulassungsbehörde, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und der Vorhabenträger Amprion: “Die Grenzwerte werden eingehalten.“ Fragt man aber konkret nach, ob es reale Vergleichsmessungen gäbe oder was passiere, wenn z.B. der Grenzwert für Geräuschemissionen überschritten wird, so erfährt der erstaunte Frager: Messungen gibt es noch nicht, da es die Leitung ja noch nicht gäbe und die zuständige Norm spräche nicht von Grenzwerten, sondern von Richtwerten. Sollten diese überschritten werden, müsse man beraten, welche Maßnahmen nach dem Regelwert vorzunehmen sind. Fazit: der Grenzwerte werden nicht eingehalten, sondern verwaltet. Der zu erwartende, errechnete Geräuschpegel liegt nachts ca.55% über dem zulässigen „Grenzwert“.

 
Alle Aussagen und Beschwichtigungen des BfS zum Thema Gesundheitsgefährdung durch starke Wechsel- und Gleichstromfelder sind mit dem Zusatz versehen, dass sie für alle nachgewiesenen gesundheitlichen Risiken zutreffen. Wie kann man die Ungefährlichkeit einer Technik beurteilen, die es zugegebener Weise noch gar nicht gibt? Auf der Homepage des BfS heißt es deshalb zu den vorgeschriebenen Grenzwerten: „Es gibt jedoch wissenschaftliche Hinweise auf mögliche gesundheitliche Wirkungen unterhalb der bestehenden Grenzwerte und weitere offene Fragen, die im Forschungsprogramm ‚Strahlenschutz beim Stromnetzausbau‘ geklärt werden müssen.“ Der Bürgerinitiative wurde vom BfS mitgeteilt, dass dieses Forschungsprogramm 35 Untersuchungen umfasse, dass aus Finanzierungsgründen aber nur 3 bis 5 Untersuchungen pro Jahr durchgeführt werden können und dass die Dauer einer Untersuchung auf ca. 3 – 5 Jahren angesetzt sei. Mit Ergebnissen ist also 2024 bis 2026 zu rechnen, sozusagen Post-Completion-Resultate. Frau Inge Paulini, Präsidentin des BfS, wird bei der Auftaktveranstaltung dieses Forschungsprogramms im Juli 2017 mit den Worten zitiert: „Falls da etwas Bedenkliches herauskommt, werden wir das natürlich in die Prozesse einspeisen.“ Wie soll das gehen, wenn längst Fakten geschaffen und Mindestabstände ignoriert worden sind? Alles deutet darauf hin, dass die Anlieger der vorgesehenen Trasse bei diesen Untersuchungen die Versuchskaninchen sind?

 
Den Bürgerinitiativen liegen drei Berichte oder Gutachten vor, die vom bzw. für den Bundestag oder für die BNetzA angefertigt wurden. Diese weisen warnend auf die Auswirkungen beim Menschen hin, wie z.B. auf vermehrtes Auftreten von kindlicher Leukämie und anderen Krebserkrankungen, auf Veränderung der Melatoninproduktion, auf vermehrtes Auftreten von Alzheimer, Auftreten von Kopfschmerzen, Erschöpfungszuständen und Allergien und auf Störbeeinflussung auf aktive Implantate, z.B. Herzschrittmacher.

 
Am 21.Juni erfolgte die Offenlegung der Ergebnisse der Bundesfachplanung, die die Korridore der geplanten Trasse festlegt. Bürgerinitiativen aus Wallrabenstein, Idstein, Niedernhausen, Eppstein, Wildsachsen und Langenhain rufen alle Bürger auf, sich an dem Einspruchsprozedere zu beteiligen und von der Möglichkeit der Einwendungen regen
Gebrauch zu machen. Auf der BI-Homepage (www.kein-ultranet.de) werden Hinweisen und Anleitungen für diese Einsprüche stehen. Wohngebiete müssen mastfrei sein!

 

Gemeinsame Pressemitteilung der BIs aus Wallrabenstein, Idstein, Niedernhausen, Eppstein, Wildsachsen und Langenhain vom 21.06.2018

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